Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
jiddisch
< ⇓ "S104" eigensprachlich idisch, jidisch(1597; J.Beranek, in: L044 DPhA 1,1957), dem deutsch "jüdisch" entspricht; ⇓ "S208"Sprache der aschkenasischen Juden‹, dafür eigensprachlich auch tajtsch und mameloschenMuttersprache‹; im Mittelalter auf mittelhochdeutscher Grundlage entstanden, mit hebräischen Zeichen geschrieben und nach der Ostwanderung mit slawischen Elementen durchsetzt. Im Zuge der ostjüdischen Masseneinwanderung nach Nordamerika ab 1888 gelangt jidisch in den englischsprachigen Bereich, wurde zur Vermeidung von [ jaidiљ] mit -dd- geschrieben und so ins Deutsche übernommen: Verzeihen Sie das Lehnwort aus der Mundart für welche der anglo-amerikanische Terminus ›the yiddisch‹ geschaffen ist (K.Wolfskehl, Brief vom 2.12.1902; Mitteilung von H.P.Althaus). Noch um 1900 ist die Bezeichnung variabel: Das im 18. Jahrhundert aufgenommene Jargon noch bei Kafka (↑ "Jargon"[1.3]), vgl. ferner: M.Grünbaum, Jüdischdeutsche Chrestomathie 1882; H.L.Strack, Jüdisches Wörterbuch 1916; S.Birnbaum, Praktische Grammatik der jiddischen Sprache 1918; dazu JiddistikWissenschaft von der Sprache, Literatur und Kultur der jiddisch sprechenden Bevölkerungsgruppen‹ (seit Ende des 17. Jahrhunderts u. a. grammatikalische und lexikalische Arbeiten); Die Erforschung des Jiddischen bildet eine verpflichtende Aufgabe der Germanistik (S.A.Wolf, Jiddisches Wörterbuch 21986,12); vgl. L252 RGG; L096 GRM11, 149ff.; C.Träger (Hrsg.), Wörterbuch der Literaturwissenschaft 1986.
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