Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
gemahnen
ahd. gimanon, mhd. gemanen;1 vereinzelt wie einfaches ↑ "mahnen": gemahn ihn nicht an dich (Schiller), wenn der Marosch laute Wasser sie zu schmerzlich jener Nacht gemahnen (Lenau); heute veraltend (L320 Trübner)
2 speziell von Erinnerung, die durch Ähnlichkeit hervorgerufen wird: das Geschwätze mancher Leute gemahnt mich an die Fabel von den zween Wölfen (Wieland); weiter von mahnen entfernt mit einer Vergleichspartikel verknüpft ›erinnern an, vorkommen‹, ursprünglich unpersönlich mit Genitiv: es gemanet mich der welt wie eines bawfelligen hauses (Luther); später Umsetzung in persönliche Konstruktion: viele dieser Seher gemahnen mich nicht viel anders, als die Bauern (Liscow), jener Prunk der Welt gemahnt mich jetzt nur wie ein schwerer Traum (Körner); mit einem Satz in der Vergleichung: jene Teilung gemahnet mich nicht anders, als wenn man die liebe Mutter Natur in die lachende und weinende tabellieren wollte (G.A.Bürger); mit Dativ (17. Jahrhundert) bis ins 19. Jahrhundert es gemahnt mir.
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