Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
gelb
ahd. gelo, mhd. gel. Das b (aus w) ist von den flektierten Formen in die flexionslose gedrungen (vgl. "fahl", "falb"). Die Form gel (geel, gehl) ist noch mundartlich (auch in die flektierten Formen übertragen), und findet sich auch noch lange bei Schriftstellern; daher neben Eigelb (↑ "Dotter") mundartlich auch Eigeel (vgl. L066 Jürgen Eichhoff, Karte 4–25). Das Wort ist westgermanisch (engl. yellow), verwandt mit lat. helvus ›honiggelb‹, ferner mit 1"Galle", "Gold", "Glanz", "Glas" usw. Selten vom Haar (↑ "blond");⊚⊚ "S212" süddt. gelbe RübenMohrrüben‹; ⇓ "S192" Schlagwort aus Anlaß des Boxeraufstandes 1900 in China die gelbe Gefahr, davon nach nationalsozialistischer Sprachregelung (1933; L360 ZDW 25,182) die Japaner ausgenommen; ⇓ "S205" sportsprachlich das gelbe Trikot als Kennzeichen des Spitzenreiters v. a. bei der Tour de France und ⇓ "S205" die gelbe Karte zur Verwarnung eines Fußballspielers; etwas ist nicht (gerade) das Gelbe vom Eietwas ist ziemlich schlecht‹. Die Ampel zeigt Gelb: sie gebietet Achtung!
Gelbsucht ahd. gelosuht, mhd. gelsuht,
gelbsüchtig ahd. gelosuhtig, mhd. gelsühtec.
gelblich L105 Georg Henisch 1616, älter gelblicht 1562 (L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt), mhd. gelblo(h)t, gelwelot, bzw. gilblicht 1470 (L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt). ↑ "vergilben".
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