Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Fraß
ohne Plural., ahd. / mhd. fraz, früher auch die Handlung des Fressens (vgl. noch Beinfraß, Knochenfraß) ›Gefräßigkeit‹ und ›Fresser‹ ("Vielfraß" [↑ "viel"], auch Zusammensetzungen wie Mottenfraß, Rostfraß), so noch bei L004 Johann Christoph Adelung, dann nur noch abwertend ›was gefressen wird‹; ⇓ "S211" studentensprachlich im 19. Jahrhundert (z. B. 1813) »das Essen« (L115 Helmut Henne/ L115 Georg Objartel 3,72), daher heute umgangssprachlich: todsicher ist der Fraß kalt, wenn wir auf die Zelle kommen (Fallada; L337 WdG); jmdm. etwas zum Fraß hin-/ vorwerfenetwas opfern, aufgeben (damit etwas anderes verschont bleibe)‹ (vgl. L337 WdG).
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