Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
erkunden
mhd. , mit Akkusativ ›Kunde von etwas zu gewinnen suchen‹: das Land erkunden öfters bei Luther, nach dem ichs alles von anbeginne erkundet habe (A180 Martin Luther, Lukas 1,3), zu erkunden den lang abwesenden Vater (Voß), des Raubtiers Fährte zu erkunden(Schiller), das Heil, das ich für euch erkundet (Tieck), und erkundet die Spuren des Flüchtlings (Mörike); seit dem 14. Jahrhundert speziell ›auskundschaften, sondieren‹, besonders militärisch das Gelände erkunden. Daneben sich erkunden wie sich erkundigenfrühneuhochdeutsch und noch bei A177 Gotthold Ephraim Lessing (Nathan 1,5).Erkundung (1458; L060 2DWb) heute zumeist ⇓ "S136" militärisch.  
erkundigen (15. Jahrhundert) von erkunden abgeleitet und entsprechend früher mit Akkusativ: die Klippe der vollkommenen Charaktere scheinet mir Diderot nicht genug erkundiget zu haben (Lessing), ich hab' des Ort's Gelegenheit erkundigt (Schiller), um die Gegend zu erkundigen(Tieck).Bei sich erkundigensich informieren‹ (seit dem 15. Jahrhundert) steht jetzt nach, früher auch der Genitiv: Da ich aber mich wolte erkündigen der Vrsache (A180 Martin Luther, Apostelgeschichte 23,28), so wil ich mich ewres dinges erkündigen (A180 Martin Luther, Apostelgeschichte 24,22), sich meines Wohlbefindens zu erkundigen (Wieland); mit um: ich habe mich um seine gegenwärtigen Umstände erkundigt (Goethe), um sein Wohlsein erkundigen (A075 Johann Wolfgang von Goethe, Brief vom 12.12.65; so öfter bei ihm).
Erkundigung (15. Jahrhundert) phraseologisch Erkundigung(en) einziehen seit dem 16. Jahrhundert.
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