Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
Band
1 ⇓ "S087" Neutr. , germ. / ahd. / mhd. bant; allgemein ›etwas zum Binden Dienendes‹; speziell ›Zeugstreifen‹, »figürlich… zuweilen für einen Ritterorden« (L004 Johann Christoph Adelung), als Schmuck der Damengarderobe: der liebsten band und schleife rauben(Goethe; L059 DWb), ↑ "Verband"; dazu ohne die Vorstellung des Bindens auf Material, Trageweise, Funktion bezogen goldnes Band, Eisenband, "Armband", "Halsband", Faßband, Türband, Kistenband, in der Anatomie ›festes elastisches Gewebe, das Körperteile miteinander verbindet‹ (vgl. L004 Johann Christoph Adelung), zumeist im Plural, dazu Mutterbänder, Stimmbänder; metaphorisch Frühling läßt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte (A192 Eduard Mörike, Er ist's), Ehret die Frauen! sie… / Flechten der Liebe beglückendes Band (A222 Friedrich Schiller, Würde der Frauen, 2.1,205); seit Erfindung photographischer Bild- bzw. magnetischer Schallaufzeichnung im Sinne von »Filmstreifen« (L201 Lutz Mackensen) bzw. verkürzt ›Tonband‹ (L337 WdG); ⇓ "S173" Plural Bande, wenn der Pluralbegriff weniger scharf hervortritt (vgl. Lande – Länder, Worte – Wörter), ebenso für übertragene Verwendung: Bande der Freundschaft; im Aphorismus von K.A168 Karl Kraus Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit fallen die Bedeutungen des Plurals von 1Bandund von 1Bande zusammen;⊚ am laufenden Band (L296 Keith Spalding) ›unablässig‹ übertragen von der Fließbandtechnik. ↑ "anbändeln".
Bandbreite (L308 Kaspar Stieler) im 18. und 19. Jahrhundert nicht gebucht; erst nach dem 2. Weltkrieg wieder ⇓ "S220" fachsprachlich besonders »Breite des Frequenzbandes (am Rundfunkgerät)« (L201 Lutz Mackensen), dann übertragen ›Spektrum‹: die Bandbreite der angebotenen Bücher (L024 Brockhaus-Wahrig).
2 ⇓ "S087" Mask. (1664; L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt), ⇓ "S023" Abzweigung vom Neutr. , entsprechend norddt. 1Band Mask. ; ⇓ "S058" auf Schriften bezogen zunächst ›Einband‹ (Lederband, Pappband), dann ›das Zusammengebundene‹, ›gebundenes Buch‹ Das Werk besteht aus sechs Bänden (L004 Johann Christoph Adelung); als bibliographische Einheit auch weiter unterteilt in "Teil", "Abteilung", "Buch", "Heft" (bei Periodika), "Stück"; früher in der Werkgliederung auch Teilstatt Band (z. B. Adelungs Wörterbuch).
3 ⇓ "S087" Fem. , ⇓ "S141" Anfang des 20. Jahrhunderts < amerik. -engl. band ›(kleine) Musikkapelle‹ ( < franz. bande›Schar‹), ↑ "Jazzband"; in französischer Form bei A021 Ludwig Börne: die Musikbanden verschiedener Regimenter (Schilderungen aus Paris XVI).
Bandbreite (L308 Kaspar Stieler) im 18. und 19. Jahrhundert nicht gebucht; erst nach dem 2. Weltkrieg wieder ⇓ "S220" fachsprachlich besonders »Breite des Frequenzbandes (am Rundfunkgerät)« (L201 Lutz Mackensen), dann übertragen ›Spektrum‹: die Bandbreite der angebotenen Bücher (L024 Brockhaus-Wahrig).
2 ⇓ "S087" Mask. (1664; L345 Friedrich Karl Ludwig Weigand/ L345 Herman Hirt), ⇓ "S023" Abzweigung vom Neutr. , entsprechend norddt. 1Band Mask. ; ⇓ "S058" auf Schriften bezogen zunächst ›Einband‹ (Lederband, Pappband), dann ›das Zusammengebundene‹, ›gebundenes Buch‹ Das Werk besteht aus sechs Bänden (L004 Johann Christoph Adelung); als bibliographische Einheit auch weiter unterteilt in "Teil", "Abteilung", "Buch", "Heft" (bei Periodika), "Stück"; früher in der Werkgliederung auch Teilstatt Band (z. B. Adelungs Wörterbuch).
3 ⇓ "S087" Fem. , ⇓ "S141" Anfang des 20. Jahrhunderts < amerik. -engl. band ›(kleine) Musikkapelle‹ ( < franz. bande›Schar‹), ↑ "Jazzband"; in französischer Form bei A021 Ludwig Börne: die Musikbanden verschiedener Regimenter (Schilderungen aus Paris XVI).