Hermann Paul - Deutsches Wörterbuch
ah
ahd. aa, mhd. â, ⇓ "S057""S096" Empfindungswort;1 Seufzer, Ausdruck des Bedauerns, des Schmerzes, der Verärgerung (um 1150; L060 2DWb), »Ein geschrey eines betrubten und bekümmerten menschens« (L200 Josua Maaler 1561), in dieser Bedeutung heute seltener: Man sagt… ah, die Leute sagen allerhand … Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. Ah, wie ich das alles hasse (1961 A004 Ingeborg Bachmann, Gomorrha 2,197), ↑ "ach"; dazu das ablehnende oder zurückweisende ah bah(↑ "bah"): »Ah, bah! Tragische Manieren!« sagte van der Straaten (A060 Theodor Fontane, L'Adultera 2,60);
2 »eine Interjection, welche … nur gebraucht wird, die Empfindungen der Bewunderung und Freude im gesellschaftlichen Leben auszudrücken. Ah, das ist schön! Ah, da kommt er schon!« (L004 Johann Christoph Adelung); und darunter ein Kreuz, dessen Rand golden funkelte… Ah! und Tumult und Glückwünsche (H.A182 Heinrich Mann, Untertan 345); substantivisch: lief ein allgemeines ah der erleichterung durch den saal (Brahm; L060 2DWb); insbesondere auch Ausdruck der freudigen Erwartung vor oder des Wohlbefindens nach dem Genuß von Speisen und Getränken: Schulmeister. (Er säuft die Bouteille mit einer rapiden Schnelligkeit aus:) Ah, das war ein Schluck, dessen sich selbst Pestalozzi nicht hätte zu schämen brauchen! (A082 Christian Dietrich Grabbe, Scherz 1,1); Liesel wartete auf den Erfolg ihrer Dampfnudeln, auf Ah! und Mmm! (Seghers; L337 WdG);
3 Ausdruck (plötzlichen) Verstehens oder (Wieder-)Erkennens: Teufel. [Klopstocks »Messias« aufschlagend] Wo blieb ich doch das letztemal stehen? Ah, pag. 29. (Er lies't zwei Verse und schläft ein.) (A082 Christian Dietrich Grabbe, Scherz 1,4); Ah, l'Adultera!… Jetzt erkenn' ich's(A060 Theodor Fontane, L'Adultera 2,13), dazu ah ja und ah so: College? ah so! (Sudermann; L060 2DWb).
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