Duden Richtiges und gutes Deutsch
Wunschsatz
Der Wunschsatz bringt etwas (noch) nicht Verwirklichtes, vom Sprecher / Schreiber jedoch Gewünschtes zum Ausdruck. Im Unterschied zum Aufforderungssatz ist er nicht direkt und im Imperativ, sondern nur indirekt und im Konjunktiv I an einen oder mehrere Partner gerichtet. Entsprechend werden vorwiegend die einfachen Formen der 3. Person Singular (er, sie, es, man), selten die der 1. und 3. Person Plural (wir, sie) gebraucht: Dieser Konjunktiv I findet sich relativ häufig in mathematischen Fachtexten (In der Zeichnung sei die Strecke a 3 cm), in Anweisungen und Anleitungen in (älteren) Rezepten (Man nehme fünf Esslöffel Mehl) und in festen Redewendungen und Formeln (Der Herr segne dich und behüte dich! Er lebe hoch! Das sei ferne von mir! Gott sei Dank! Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!). In abhängigen Wunschsätzen hingegen steht in der Regel der Indikativ: Sie wünscht, dass du kommst. Der Konjunktiv II in Wunschsätzen schließlich (Hätte ich doch dieses Buch! Wenn sie doch gekommen wäre!) kennzeichnet etwas als nicht gegeben, nur vorgestellt, irreal und ist wie der Konjunktiv II im Konditionalsatz zu erklären.
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